SHK-Branche zu Gast im Europa-Park: GModG, neue Landesregierung und die Zukunft der Ausbildung
(Stuttgart/Rust). Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) kommt erneut später: Statt wie zugesagt vor der parlamentarischen Sommerpause soll der Bundestag nun erst Anfang September abschließend darüber beraten. Das SHK-Handwerk in Baden-Württemberg, das sich am 10. und 11. Juli zu seinem 79. Verbandstag im Europa-Park in Rust trifft, verbindet damit eine klare Forderung: Wenn das Gesetz kommt, muss es Bestand haben.
„Egal wann und wie das Gebäudemodernisierungsgesetz nun verabschiedet wird: Ich rufe der Politik jeglicher Couleur zu: Jetzt ist endlich mal gut”, sagt Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg (FV SHK-BW) zum Auftakt des Treffens am Donnerstag in Rust.
Das neue Gesetz sei ebenso wenig der Weisheit letzter Schluss wie das Vorgängergesetz GEG, so Becker. „Aber keine Reform und kein gut gemeinter Verbesserungsversuch kann so gut sein, wie die Verunsicherung schädlich ist, die jede neue Reformdebatte verursacht.” Die Politik hat sich das GModG für 2030 zur Überprüfung auf Wiedervorlage gelegt. Bis dahin müssen die Regeln unangetastet bleiben, fordert der Verband. „Nur so kehrt Ruhe in den Heizungsmarkt ein. Hausbesitzer und Betriebe brauchen diesen Energiefrieden – Regeln, auf die sie sich über Jahre verlassen können. Und uns ist es wichtig, dass sich die Landesregierung an ihre eigene Zusage hält, kein Goldplating zu betreiben, also nicht über Bundesregelungen hinausgeht”, sagte Becker.
Hitzewelle: Deutschland benötigt schnell mehr Klimatisierung
Ein weiteres Thema des Verbandstags: die Hitze. Der Juni brachte eine der längsten Hitzewarnperioden seit Einführung des Warnsystems des Deutschen Wetterdienstes im Jahr 2005¹. Die nächste Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 30 Grad zumindest in Teilen des Landes beginnt in diesen Tagen. Die Folgen sind messbar: Nach einer aktuellen Erhebung lagen im Juni in 61 Prozent der deutschen Haushalte die Raumtemperaturen über 30 Grad, wie ein Hersteller anhand Millionen smarter Thermostate ermittelte.² Nur wenige Wohnungen verfügen nach Schätzungen des Umweltbundesamts bisher über ein Klimagerät.3
„Diese Lücke ist ein Gesundheitsrisiko – und sie wird mit jedem Sommer größer, sagt Becker. „Deutschland braucht schnell mehr Klimatisierung: in Wohnungen, insbesondere aber Pflegeheimen, Kindergärten, Schulen und Praxen. Das SHK-Handwerk steht dazu bereit.” Die SHK-Betriebe im Land seien mit Klimaanlagen und Lüftungslösungen technisch bestens aufgestellt.
Zum 79. Verbandstag des FV SHK-BW kommen rund 300 Delegierte, Mitglieder und Ehrengäste des Fachverbands Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg am 10. und 11. Juli im Europa-Park in Rust zusammen. Gastgeber ist die Innung Blechnerei-Sanitär- und Heizungstechnik Kehl-Hanauerland-Lahr. Thematisch steht die Veranstaltung erneut im Zeichen politischer Weichenstellungen – diesmal mit Blick auf das neue Gebäudemodernisierungsgesetz, auf die neue baden-württembergische Landesregierung unter Ministerpräsident Cem Özdemir und auf die Zukunft der Ausbildung im SHK-Handwerk.
Quellen:
¹ Deutscher Wetterdienst, Pressemitteilung vom 25. Juni 2026: www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260625_dwd-warnt-ueber-langen-zeitraum-vor-hitze_news.html
² Tado, Pressemitteilung vom 30. Juni 2026: https://www.tado.com/de/press/hitzewelle-mehr-als-jede-zweite-wohnung-in-deutschland-uber-30-grad-heiss
3Umweltbundesamt: www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/heizen-bauen/kuehle-raeume-im-sommer
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