28. Juli 2026

So kann man mit dem Handwerk nicht umgehen

“So kann man mit dem Handwerk nicht umgehen” – SHK-Innung Göppingen kritisiert Neuregelung der Heizungsförderung

Die jüngsten Änderungen bei der BEG-Heizungsförderung sorgen in unserer Branche für erhebliche Verunsicherung. In einem aktuellen Pressebericht hat sich unser Obermeister und Vorstandsmitglied beim Fachverband SHK Baden-Württemberg Rainer Häfele ausführlich zur Neuregelung geäußert – und macht deutlich: Es geht der SHK-Innung Göppingen nicht in erster Linie um die Höhe der Zuschüsse, sondern um die Art und Weise, wie diese Änderungen umgesetzt wurden.

Kürzung an sich nachvollziehbar – aber ohne Planbarkeit

Dass der Klimageschwindigkeitsbonus im Laufe der Zeit sinkt, überrascht uns nicht und ist aus Sicht unseres Obermeisters grundsätzlich sogar nachvollziehbar – schließlich soll die Förderung einen Anreiz für einen frühzeitigen Umstieg auf klimafreundliche Heiztechnik setzen. Problematisch ist etwas anderes: Der bisherige Effizienzbonus entfällt komplett, und die maximal förderfähigen Investitionskosten sinken künftig alle sechs Monate um 750 Euro – zunächst von 30.000 auf 28.000 Euro bei einem Einfamilienhaus. In einem typischen Fall kann das für Hausbesitzer schnell rund 4.000 Euro weniger Förderung bedeuten.

Noch schwerer wiegt aus unserer Sicht die kurzfristige und schlecht kommunizierte Umsetzung: Zwischen dem Bekanntwerden der Pläne und der faktischen Schließung des bisherigen Antragswegs lagen nur wenige Stunden. Das ohnehin überlastete Förderportal machte es vielen Betrieben zusätzlich unmöglich, Anträge noch rechtzeitig abzuschließen – mit finanziellen Folgen, die am Ende die Kunden tragen müssen.

Das Handwerk braucht Planungssicherheit

„Wir brauchen einfach Planbarkeit und Verlässlichkeit”, betont Rainer Häfele. Statt kurzfristiger Stichtage und ständig wechselnder Kriterien fordert die Innung eine verständliche, langfristig verlässliche Förderregelung – idealerweise mit jährlichen statt halbjährlichen Anpassungen, auf die sich Eigentümer und Betriebe über mehrere Jahre verlassen können.

Kritisiert wird zudem, dass die Effizienz einer Heizungsanlage bei der neuen Förderung kaum noch eine Rolle spielt, da die tatsächlichen Kosten ohnehin meist über der maximal förderfähigen Summe liegen. Damit geht ein wichtiger Anreiz verloren, besonders hochwertige und energiesparende Anlagen einzubauen.

Handwerk und Verbände zu spät einbezogen

Auch die Kommunikation mit den Verbänden und Fachleuten war aus Sicht der Innung unzureichend: Stellungnahmen wurden mit extrem kurzen Fristen angefordert, eine fundierte fachliche Prüfung war so kaum möglich. „Diese Art der Kommunikation ist so nicht mehr tragbar”, so Häfele.

Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des SHK-Landesverbands Baden-Württemberg, bringt die Stimmung in der Branche auf den Punkt: „Das SHK-Handwerk ist wütend” – die Branche sei „entzürnt”.

Unsere Position

Die SHK-Innung Göppingen steht zur Wärmewende und ist bereit, ihren Beitrag zu leisten. Unsere Betriebe haben in den vergangenen Jahren massiv in Ausbildung und Technik investiert. Damit diese Investitionen sich auszahlen, braucht es realistische Vorgaben, verständliche Regeln und ausreichend Zeit für die Umsetzung. Die Höhe der Förderung lässt sich diskutieren – die Art und Weise des Umgangs mit dem Handwerk muss deutlich kritisiert werden.

Wir werden das Thema weiter aufmerksam verfolgen und uns bei den zuständigen politischen Vertretern in der Region für mehr Planungssicherheit einsetzen.

*Der vollständige Pressebericht ist am 25.07.2026 erschienen (Autor: Constantin Fetzer).*

#Handwerk #SHK #Heizungsförderung #Wärmepumpe #Energiewende #Planungssicherheit #SHKInnungGöppingen

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