Landesweites Geschäftsführertreffen: SHK- und Elektro-Handwerk rücken noch enger zusammen
Wärmewende, KI, Ausbildung und Nachfolge: Viele Zukunftsthemen betreffen SHK- und Elektro-Handwerk gleichermaßen. Entsprechend konsequent war der nächste Schritt bei der diesjährigen GF-Info in Schwäbisch Hall: Erstmals in 29 Jahren wurden die bislang getrennten Tagungsteile beider Verbände zu einem gemeinsamen Format zusammengeführt.
Die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der SHK- und Elektro-Innungen aus Baden-Württemberg nutzten die Tagung, um sich über aktuelle Entwicklungen aus Verbänden, Politik, Wirtschaft und Branche auszutauschen. In vielen Gebäuden arbeiten beide Gewerke ohnehin eng zusammen – etwa bei Wärmepumpen, Photovoltaik, Gebäudeautomation oder der energetischen Modernisierung. Diese Schnittmengen spiegelten sich auch in den Diskussionen wider.
Im Mittelpunkt standen aktuelle politische, wirtschaftliche und organisatorische Entwicklungen. Diskutiert wurden unter anderem die Lage der Betriebe, die kommunale Wärmeplanung, neue gesetzliche Anforderungen sowie die Rolle der Innungen bei der Unterstützung ihrer Mitgliedsbetriebe. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Verband, Innung und Betrieb war ein wichtiges Schwerpunktthema. Dabei wurde deutlich: KI kann Arbeitsprozesse erleichtern, braucht aber klare Regeln, fachliche Einordnung und verlässliches Wissen.
Zweiter Tag im Zeichen von Workshops
Am zweiten Tag standen zwei Workshops auf dem Programm. Beim Thema Betriebsnachfolge ging es um Bewertungsfragen, Übergabetools und Unterstützungsangebote für Betriebe. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels bleibt die Unternehmensnachfolge eine zentrale Aufgabe für Innungen und Fachverbände. Bei einer Umfrage des Fachverbands SHK BW hatte jüngst fast jeder zweite Betrieb angegeben, in den kommenden fünf Jahren die Nachfolge seines Betriebs planen zu wollen.
Im Workshop „Transformation Baden-Württemberg” diskutierten die Teilnehmenden wirtschaftliche Veränderungen im Land und deren Folgen für das Handwerk. Der Tagungsort passte dazu gut: Bei einer Stadtführung durch Schwäbisch Hall am Vorabend wurde deutlich, wie sehr Wandel zur Geschichte der Stadt gehört – von Salz, Handel und Münzwesen bis zu heutigen Wirtschafts- und Dienstleistungsstrukturen. Auch Baden-Württemberg steht heute vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Botschaft aus Stadtgeschichte und Workshop war ähnlich: Wer seine Stärken bewahrt und zugleich Veränderung gestaltet, bleibt zukunftsfähig.
Der Strukturwandel in Leitindustrien wie Automobil und Maschinenbau, Digitalisierung und Automatisierung, Künstliche Intelligenz, Energiewende und demografische Entwicklung haben direkten Einfluss auf das Handwerk. Märkte werden sich verändern, Berufsbilder ebenso. Doch nicht alles ist Bedrohung – es entstehen auch Chancen, stellten die Workshopteilnehmer fest. „Wir haben in unserem Land schon viele Krisen und Umbrüche bewältigt, etwa den Wandel der Textilindustrie. Daraus können wir auch Kraft und Zukunftsvertrauen schöpfen”, fasste Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker zusammen.
Ein besonderer Mehrwert der GF-Info lag im offenen Austausch zwischen den Innungen beider Gewerke. Die Zusammenführung der Tagungsteile zeigte, wie groß die Schnittmengen zwischen SHK- und Elektro-Handwerk inzwischen sind.
Das Fazit nach zwei Tagen fiel entsprechend klar aus: Das gemeinsame Format hat sich bewährt. SHK und Elektro wollen den Austausch weiter vertiefen – denn viele Zukunftsfragen des Gebäudes lassen sich nur gemeinsam beantworten.

